Arbeitsprojekt der Mittelschule Guggisberg im Weidenpark

Hallo Leute
Da bin ich endlich wieder. Vielleicht erinnert ihr euch noch an mich – Weidenrute Nr. 3371, mit bürgerlichem Namen, Lisa Zur Weide. Es hat mich einiges an Überredungskunst gekostet, den Chef, Nr. 5001, dazu zu bringen, mich auch wieder einmal etwas schreiben zulassen. Schlussendlich brauchte es noch eine kleine Erpressung bis er darauf eingestiegen ist. „Chef“, habe ich zu ihm gesagt, „ wenn du mich diesen Artikel nicht schreiben lässt, dann bin ich dann mal weg(frei nach Kerkeling)… dann werde ich eine Pilgerreise nach Salitiago di Salixela machen. und glaube mir, ich werde nicht alleine gehen. Hunderte werden mich begleiten und es ist überhaupt nicht gesagt, dass wir zur Eröffnung des Parks wieder zurück sind.“ Das gab ihm dann arg zu denken. Er ist ja eigentlich ein lieber Kerl, aber punkto Flexibilität, Innovation und Dynamik darf er sich ruhig noch steigern. Schon seit Monaten versuche ich ihn davon zu überzeugen, dass der Weidenpark einen Blog und somit eine Bloggerin(nämlich mich) braucht. „Chef, sagte ich zu ihm, „die ganze Welt ist am bloggen. Vom Cap der Guten Weiden bis nach Weidliwydstock sind alle wie wild am bloggen. Wenn du heutzutage dabei sein willst, dann musst du bloggen, die Zeiten mit „BriefeschreibenaufdiePostbringenwartenausdemBriefkastennehmenundlesen…“ sind längst passé, das machen nur noch frühpensionierte Schöngeister…“ Es würde an dieser Stelle zu weit führen näher auf unsere immer noch laufende Diskussion einzugehen, aber ich werde beharrlich dranbleiben. Wie die Rehböcke an uns Ruten „fägen“, werde ich ihn solange bearbeiten, bis seine (Hirn-) Rinde weich und mürbe ist, und er mir einen Blog einrichtet. Nebenbei wird er dann eventuell kapieren, wie schmerzhaft und stressig es ist, Nacht für Nacht diesen Bestien ausgesetzt zu sein. immer mit der leisen Hoffnung, dass man entweder zu dick oder zu dünn bist und deshalb verschont wird. Doch das ist eine andere Geschichte… eigentlich wollte und sollte ich ja über etwas ganz Anderes schreiben. Wenn ich aber demnächst, (ich schätze, dass ich 5001 in etwa zwei Monaten so weit habe) meinen Blog „erranget“ habe, könnt ihr meine Geschichten auf der Homepage(www.weidenpark.ch) nachlesen.
Aber jetzt zum Thema.
Wegen der anhaltenden Trockenheit in diesem Frühling, fiel das Stecken von neuen Weidenruten buchstäblich ins nicht geregnete Wasser. 5001 kam schon ziemlich ins Grübeln, denn die neuen Ruten waren schon geschnitten und warteten sehnsüchtig darauf in den Boden zu kommen. Da aber Regen machen nicht zu seinen Kernkompetenzen gehört, kam ihm für das Arbeitsprojekt der Mittelschule Guggisberg etwas anders in den Sinn, nämlich in den beiden Pavillons den Boden zu planieren und sie stuhl- und tischtauglich zu machen.
Und so warteten am Morgen des 10. Mai 13 Kubikmeter Schwefelbergkies und gut 5 Tonnen Bollersteine auf die 15 Schüler und Schülerinnen und 2 Lehrkräfte der Mittelschule Guggisberg. Nr. 5001 hatte alles vorbereitet und so konnten sie sofort loslegen.
Dass die gute, alte Schaufel für die Kinder und Lehrkräfte, trotz Computer und anderen Hightecherrungenschaften, immer noch ein vertrautes Arbeitsgerät ist, konnte man gut beobachten. So ging es flott voran und nach einer guten Stunde war der Kies verteilt und geharkt.
Nach der wohlverdienten Znünipause kamen dann die Bollersteine an die Reihe. Die Kinder schleppten Stein um Stein in die beiden Pavillons und setzten sie so, dass gegen Mittag ein hübscher Ring aus Steinen die Böden der beiden Pavillons begrenzte. Alle waren ziemlich gezeichnet und paniert vom Kies und vom Staub der Steine. 5001 war sehr zufrieden mit dem Resultat und gab ihnen eine glatte 6. Aber auch noch andere Anwesende waren begeistert, nämlich die Pavillonweiden. Wahrscheinlich hat es ausser mir niemand gemerkt, aber wie die sich plötzlich in die Ruten warfen und mit ihrer gelben Rinde um die Wette glänzten, hat mich schon ein wenig geärgert. Die müssen nämlich jetzt nicht meinen, sie seien etwas Besseres als Unsereins, denn genau wie wir Grünen haben sie vorläufig einfach ihren Job zu machen, nämlich zu wachsen. Wer schlussendlich im Rampenlicht steht, mit oder ohne Kiesplatz, werden wir dann sehen. Ja, ja ich gebe es ja zu – es „mönschelet“ auch unter uns Weiden…
Auf bald, eure Lisa zur Weide

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